Kurzgeschichte des Parkhotel Pörtschach

Der Ort Pörtschach war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein verschlafenes Fischerdorf. Transportmittel waren damals hauptsächlich Plätten und Schiffe am Wörthersee. Das erste Mal besuchte Kaiser Franz Josef den Ort Pörtschach am 9. September 1856. In seiner Begleitung war Kaiserin Sissi. Man empfing den Kaiser mit einer See- und Höhenbeleuchtung und einem Feuerwerk.

Erst durch den Bau der k.u.k. privaten Südbahn im Jahr 1864 wurde der Wörthersee - wie man damals sagte - an die große Welt angeschlossen.

Viele Reisende aus Oberitalien, das damals auch zur Monarchie gehörte, sahen die herrliche ruhige Landschaft und verweilten hier. Dies führte einerseits zum Bau von Fremdenverkehrsbetrieben heimischer Grundbesitzer und andererseits dazu, dass reiche Gäste, meist Adelige und Geschäftsleute, Seegrundstücke erwarben um hier Villen für ihren Sommeraufenthalt zu errichten.

Im Jahr 1872 erwarb der Wiener Porzellanfabrikant Carl Ernst David Wahliß die gesamte Liegenschaft der Wörtherseebad AG. Zusammen mit dem Schloss Velden baute er das große Hotelimperium „Etablissement Wahliß“ auf. In Pörtschach errichtete er insgesamt 13 Hotelbauten, Freizeitanlagen (Badeanstalt, Tennisplätze) und ließ die Halbinsel von Pörtschach zu einem Naturpark umgestalten. Wahliß setzte bei seinen Bauten heimische Architekten ein, die auch das ortsübliche Material bei seinen Bauten wählten, Holz aus der Umgebung, Steine von den Steinbrüchen der Umgebung und natürlich den bekannten „Pörtschacher Marmor“ für repräsentative Flächen. Seine Villen waren Prachtbauten die allseits Bewunderung fanden und auch den Grundstein der heute so geschätzten Wörtherseearchitektur legten. Gerade die Villa IX des Etablissementes Wahliss galt als besonderes Beispiel dafür. Es war das schönste und komfortabelste Hotel am Wörthersee.

Im Jahr 1889 kam Kaiser Franz Josef wieder zu Besuch nach Pörtschach. Carl Ernst David Wahliß konnte dem Monarchen sein Etablissement zeigen. Der Kaiser war vom großen Fremdenverkehrsbetrieb und gerade von der Villa IX, die ungefähr auf derselben Stelle wie das heutige Parkhotel Pörtschach steht, begeistert. Seine Nähe zum österreichischen Kaiserhaus würdigte Wahliß nicht nur mit der Aufstellung einer Büste von Kaiser Franz Josef, sondern mit den jährlich abgehaltenen Kaiserfesten in der Ost- und Westbucht von Pörtschach. Porzellanfabrikant Wahliß, der viele Monarchen in der ganzen Welt belieferte, hatte ein Auktionshaus in London und war auch in Paris und Tokio vertreten.

Das Etablissement Wahliß im Alpenseebad und klimatischen Kurort war ein beliebtes Urlaubsziel für den Übergang von und in die südlichen Winterkurorte der Monarchie. Ärztliche Empfehlungen bestanden für schwache Kinder (Nachkur nach Grado), Nervenleidende aller Art und für Rekonvaleszente, zur Nachkur von Karlsbad, Marienbad und Franzensbad. Im Etablissement Wahliß war immer etwas los. Jeden Tag gab es Musik-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen. Viele prominente Künstler der Hofoper waren zu Besuch und traten hier auf.

Nach dem Tod von Carl Ernst David Wahliß konnte die Familie das Hotelimperium nur mehr kurz halten. Es wechselten in der Folge die Besitzer und auch Teile der großen Liegenschaften wurden abverkauft.

Nach dem   Einmarsch der Briten im Mai des Jahres 1945 waren hier Fronttruppen der Briten untergebracht und der gesamte Bereich der Halbinsel für Einheimische gesperrt. Durch die Beschlagnahmung der Gebäude als deutsches Eigentum fehlte auch eine Sanierung der Bauten, so dass die Gebäude nach Abzug der Briten schon sehr desolat waren. 1953 konnte die Gemeinde nach langwierigen Verhandlungen die Liegenschaft wieder vom deutschen Finanzministerium rückerwerben. In der Folge wurde die Liegenschaft an eine Gesellschaft verkauft, die auf dem Gelände ein neues Hotel und eine Kuranstalt errichten wollte. Da über den vereinbarten Zeitraum hinaus nichts geschah, fiel die Liegenschaft wieder der Gemeinde zu. Erst die Baufirma Wayss & Freytag – Simplexbau, die 1959 das Anwesen erwarb, setzte einen Hotelbau um. Nach den Plänen von Arch. Dipl.-Ing. Kurt Köfer errichtete man das heutige Parkhotel Pörtschach und eröffnete dieses am 1. Juli 1963. Die Baufirma hatte zu Beginn einen fremden Betreiber für das Hotel eingesetzt und kam später in finanzielle Schwierigkeiten. 1969 sprang hier Hans Pruscha, der in Wien einen Großhandel mit Mineralölen und deren Derivaten betrieb, sowie auch später als Garagenbetreiber bekannte wurde, ein. Im Jahr 1972 wurde er alleiniger Eigentümer.

In den nächsten Jahren wurde das Parkhotel Pörtschach wiederum umgestaltet und ein Hallenbad angebaut. Das Hotel blieb seitdem im Familienbesitz und gehört der List Group mit Sitz in Wien an, zudem auch noch "Das Hotel Eden" in Seefeld gehört.

Das Parkhotel Pörtschach ist für Architekturkenner ein Symbol der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts und wird von vielen als Kultobjekt angesehen. Das Bauwerk ist ein vollkommen durchgestyltes Werk, bei dem man die Details der „Sechziger“ von den Türdrückern bis zu den Beleuchtungskörpern auf der Terrasse sehen kann.

Das Parkhotel Pörtschach ist das erste Haus am Wörthersee – am schönsten Platz und mit größter Tradition. Unzählige prominente Besucher und Tagungen, wie die EU-Tagung 1998 zeugen vom anerkannten Betrieb des Hotels.

Impressionen